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OCS Sources: Savvina Kniga

Savina kniga, Savvina kniga (R), Savina kniga (B), Sava-Buch (D), Liber Savvae (L)

Kurzinfo: kyrillisch, 11. Jh., Nordostbulgarien, Aprakos-Evangelium

Seinen heute in der Wissenschaft gebräuchlichen Titel erhielt das Denkmal wegen des Namenszuges eines Popen Sava, der an zwei Stellen (Seiten 49 und 54) in Randbemerkungen zum eigentlichen Text zu finden ist. Die Handschrift stammt aus dem 11. Jh.; wegen seiner orthographischen Besonderheiten gilt es als eines der ältesten kyrillischen Denkmäler.


Das Savabuch enthält 129 Blätter von ursprünglich etwa 200. Es ist der mittlere Hauptteil einer Handschrift, die durch jüngere Teile davor und danach ergänzt wurde. Aufgrund des Verlustes zahlreicher Blätter sind 10 größere Lücken entstanden, der Text ist daher insgesamt sehr unvollständig.

Der Inhalt der Handschrift ist ein Aprakos-Evangelium (služebnoe evangelie), d.h. Lesetexte für die Messe an Sonn- und Feiertagen.


Die Handschrift befand sich vermutlich schon im 14. Jh. in Russland, zunächst in einem Kloster bei Pskov, von wo aus sie zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt in die Bibliothek der Synodaldruckerei in Moskau gelangte. Dort wurde sie 1866 von I.I. Sreznevskij gefunden und für die Wissenschaft entdeckt. Jetzt befindet sie sich -- mit der übrigen Bibliothek der Synodaldruckerei -- im Zentralen Historischen Staatsarchiv (CGADA).


Die Erstedition der Handschrift stammt von ihrem Entdecker, I.I. Sreznevskij: Drevenie slavjanskie pamjatniki jusovogo pis'ma. Sbornik statej, čitannyx v Otdel. russk. jaz. i slovesnosti Imperat. Akad. Nauk, t. III, SPb. 1868.


Eine kritische Edition stammt von V.N. Ščepkin: Savina kniga (Pamjatniki staroslavjanskogo jazyka, t. I, vyp. 2), St. Petersburg 1903. Diese Ausgabe, die 1959 in Graz nachgedruckt wurde, enthält auch ein vollständiges Wörterverzeichnis. Ščepkins Benennung gab dem Text seinen heute gebräuchlichen Namen. Noch vor seiner Edition legte Ščepkin eine umfangreiche Untersuchung der gleichen Quelle vor: V. Ščepkin, Rassuždenie o jazykě Savvinoj knigi. SPb. 1901.


Eine neue Edition ist Savvina Kniga. Drevneslavjanskaja rukopis' XI, XI-XII i konca XIII veka. Moskva 1999. Diese großformatige Edition enthält alle Seiten als Facsimile (schwarz-weiss; leider nur mittlere Abbildungsqualität) sowie eine Transkription, jeweils gegenübergestellt.


Wichtige Sekundärliteratur:

V. Jagić: Das altslovenische Evangelistarium Pop Savas. Archiv für slavische Philologie, V, 1881.

V. Pogorelov: Opyt izučenija teksta Savvinoj knigi. Sborník filosof. fak. univ. Komen., V, Bratislava 1927.

K. Horálek: Význam Savviny Knigy pro rekonstrukci stsl. překladu evangelia. Praha 1948.

Savvina kniga 28a

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